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CDAS „Alte Säcke auf Großstadttour“ oder „Männer vom Dorf auf großer Reise“

09.07.2007 17:48 von Karl-Heinz Reichmann (Kommentare: 0)

Endlich war wieder ein Jahr vorbei und der „Club der Alten Säcke“ ging am 30.Juni 2007 auf seine jährliche Vergnügungs- und kulturelle Weiterbildungsfahrt. Diesmal ging es nicht per Bus oder Floß in die weite Welt , sondern man benutzte die Deutsche Bahn, um Frankfurt einen Besuch abzustatten. Ein ganz neues und unbeschreibliches Erlebnis für uns alle. Klaus I. und Manfred I. hatten sich für diese Fahrt verantwortlich gezeigt und die Organisation in die Hände genommen. Natürlich verläuft solch eine Planung nicht ohne unseren Präsidenten Manfred II. Dank seines großen Erfahrungsschatzes als ehemaliger Mitarbeiter der Bahn, konnten die Fahrkarten nach Frankfurt günstig und vor allem für die richtige Strecke erstanden werden.
Endlich war es Samstag, der lang ersehnte Tag war da. Wir trafen uns um 6.45 Uhr auf dem „Lindenplatz“ im Rasenweg, um erstens die Vollzähligkeit festzustellen und
zweitens die Marschverpflegung in Form von köstlich, kühlen Malsfeldern aufzunehmen. Für den ein oder anderen „Sprudelfutzi“ war natürlich auch Wasser zum Verladen vor Ort. Fünf Ehefrauen übernahmen die verantwortungsvolle Aufgabe und transportierten diese wertvolle Fracht zum Bahnhof nach Melsungen. Wir sind stolz, dass wir solche Frauen haben, die so etwas Wertvolles und Sensibles, wie wir es sind, voller Ehrfurcht, Zuneigung und großer Gewissenhaftigkeit chauffierten. Der Abschied von uns erfolgte verständlicherweise unter großem Tränenfluss.

Pünktlich um 7.23 Uhr traf der Zug der Cantus Verkehrsgesellschaft im Bahnhof ein und unsere Erlebnistour begann.Der Zug rollte, die ersten Fläschchen zischten. Endlich in
    
Kassel-Wilhelmshöhe angekommen, hatten wir die ersten 19 Minuten Zugfahrt hinter uns und konnten erst mal kräftig durchatmen. Wir waren sicher eingestiegen, keiner hatte sich im Zug verlaufen und wir waren immer noch vollzählig. Nun erst mal 47 Minuten Zeit zum Verschnaufen, bevor es in die weite Welt hinausging. Wolfgang bemerkte direkt seinen Sauerstoffschock und suchte das nächstbeste kleine Örtchen auf, um sich Platz für das nun folgende Frühstückseis zu verschaffen. (Man beachte die Uhrzeit – noch nicht mal 8.00 Uhr morgens!). Aber so einen kräftigen Burschen vom Hochland wirft so schnell nichts um.

So langsam wurden alle etwas nervös. Die Zeit schritt voran und wir begaben uns in Richtung Bahngleis 7, um den Regionalexpress RE 4105 nach Frankfurt am Main nicht zu verpassen. Clever und entsprechend erfahren, wie wir sind, haben wir uns an den Bahngleisen aufgeteilt, um beieinanderliegende Plätze für alle 16 Clubmitglieder im Sturm zu erobern. Der Zug hielt, wir stürmten in die Wagen, die Treppe nach oben und was beschlagnahmten wir: ein leeres Abteil für uns. Sieg! Geschafft, alle sitzen beisammen! Der erste Erfolg, mein Gott sind wir gut! Doch was bedeutet denn diese „1“ auf der Tür?

War es unsere Auszeichnung, dass wir es als Erste in das Abteil geschafft hatten? Nein, leider nicht! Wir waren in der 1. Klasse gelandet. Woher sollen wir auch wissen, dass es bei der Bahn eine Zweiklassengesellschaft gibt? Nun begann ein Marsch durch den Zug, wobei sich alle Insassen freuten uns 16 „Alte Säcke“ persönlich begrüßen zu können. Dank des Geschickes eines jeden Einzelnen, haben wir dann im letzten Wagen noch einige gemeinsame Plätze gefunden – selbstverständlich zur Freude aller Mitreisenden! Jetzt aber erst mal Pause: Hinsetzen, Fläschchen Malsfelder öffnen und Durst löschen.
                        
Klaus, Franz-Konrad (man nennt ihn auch FKW, Franz-Konrad-Wayne) und natürlich auch unser Präsident Frühstück. Leckere Spießbraten-Brötchen. Von Klaus am Abend zuvor persönlich gegrillt und entsprechend in Portionen aufgeteilt. Welch ein Genuss! Hier konnte man wieder feststellen, dass unser UAS Klaus ein wahrer Feinschmecker ist. Voller Freude kam dieser kulinarische Morgenschmaus bei allen gut an und man freute sich schon auf das zweite Frühstück. Langsam lockerte sich die Stimmung und der ein oder andere Kontakt zu der mitfahrenden Bevölkerung wurde aufgenommen.

Auf den einzelnen Haltestationen (Wabern, Treysa, Neustadt, Stadtallendorf, Kirchhain, Marburg, Gießen und Friedberg) warteten viele Fans auf uns und sie alle wollten in den Zug, um uns, den „Club der Alten Säcke“ aus Elfershausen, zu sehen und uns persönlich kennenzulernen. Leider konnten wir diesen Wunsch nicht allen erfüllen, da der Zug völlig überfüllt war. Frankfurt am Main kam immer näher und wir rollten langsam in den Hauptbahnhof ein. Unsere Fans verließen gemeinsam mit uns den Zug und es entstand ein großer Menschenauflauf auf dem Bahnsteig. Wo verstauen wir unsere Rucksäcke und den restlichen Reiseproviant ohne das die Großstädter darüber herfallen? Ah, im Schließfach! Sofort gefunden und ruck, zuck eingeschlossen

Nun per S-Bahn, das bedeutet, man muss sich das einmal vorstellen, unter Tage ohne Sonneneinstrahlung, fahren wir zum Flughafen Frankfurt. Man sagt hier auch „Airport“ (unser erstes Fremdwort in der weiten Welt). Clever, wie unser Präsident ist, hat er uns natürlich angemeldet und erstaunlicherweise wussten die Zuständigen am Flughafen sogar Bescheid. Schatzmeister Karl-Heinz zahlte, ohne mit der Wimper zu zucken, die anfallenden Kosten für den Bustransfer über den Flughafen. Da schon eine Reisegruppe vor uns war, kam große Skepsis auf, ob wir alle gemeinsam in den Bus passen würden. Von unserem erfahrenen Busfahrer UAS Ludger kam der Vorschlag: „Wenn wir nicht alle rein passen, steigt der Rest wieder aus.“ Aber bevor die Ersten einsteigen konnten, musste jeder eine Sicherheitskontrolle über sich ergehen lassen. Sämtliche Prothesen und andere Metallgegenstände mussten offengelegt werden, damit ja nichts auf dem Gelände passiert.

Einer nach dem anderen hatte nun diese schwere Hürde hinter sich gebracht und stieg in den Bus ein. Unser UAS Ludger stellte fest, dass alle vollzählig waren
und die Besichtigungstour losgehen konnte. Der Motor wurde gestartet und das kulturelle Programm begann. Was freuten wir uns alle auf Bildung!
Eine sehr nette reife Dame (vermutlich extra für uns engagiert) erklärte uns über Mikrofon, was auf uns zukommt, zumindest hat sie es versucht.

Doch im hinteren Teil des Fahrzeuges war aufgrund der Fahrzeuggeräusche wenig zu verstehen. Ein Verbesserungsvorschlag kam unverzüglich: „Entweder lauter sprechen oder Motor abstellen“. Da wir die Fahrt fortsetzen wollten, wurde die erste Variante favorisiert. Wir erlebten eine sehr spannende und hoch interessante Rundfahrt. Terminal 1 und 2 huschten an uns vorüber, auch das große Logistikzentrum kam an unserem Fenster vorbei. Viele Flugzeuge der unterschiedlichsten Größe begrüßten uns durch ihre Starts und Landungen. Was für eine Welt, in der wir uns gerade befanden. Nach ca. 45 Minuten hatten wir viel über die Fliegerei gelernt und wieder festen Boden unter den Füßen. Jetzt aber ab in die große, weite Welt der Innenstadt und erst einmal den entstandenen Durst löschen. Hart, wie wir Männer nun mal sind, vielleicht hat sich auch keiner getraut, man weiß es nicht so ganz genau, haben wir „Beate Uhse“ einfach rechts liegen gelassen und sind in der „Bier-Brezel“ eingekehrt. Wir wussten allerdings nicht, dass es noch mehr solcher Etablissements rings um uns herum gab.

Da wir so etwas nicht kannten, machte uns dies auch nichts aus. Unser Schatzmeister sah uns unseren großen, nach diesen Strapazen auch verständlichen, Durst an und spendierte die erste Runde. Voller Dankbarkeit wurde nach einem kräftigen: „Prost Ihr Säcke, prost Du Sack!“, angestoßen und man wusste das Paulaner zu genießen. Nach ausführlichen Gesprächen miteinander, wurde gemeinsam beschlossen, die Stadt Frankfurt mit dem „Ebbelwei-Express“ zu erkunden. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters von uns allen, war dies sinnvoller als eine Erkundung zu Fuß. Nachdem der „Express“ beim ersten Halt, bei dem wir zusteigen wollten, total überfüllt war, nahmen wir von dem Personal den Ratschlag an und verlegten vom „Hauptbahnhof“ in Richtung „Römer“.

Ja was erwartet uns denn hier? Der Aufbau für den am Sonntag stattfindenden „Ironman“ war in vollem Gange. Wolfgang lies es sich mit seinem sportlichen Ehrgeiz nicht nehmen und lief auf dem roten Teppich in Richtung Ziel. Ob er angekommen ist, ist leider nicht bekannt.Endlich startete die Safari im „Ebbelwei-Express“ und wir eroberten die Stadt. Mit dem Express durch das Herz Frankfurts vorbei an Geschichte und Geschichten, Denkmälern und Denkwürdigem, um eine lebendige Stadt mit einem romantischen Zug kennen zu lernen.

Dabei half uns leckerer Ebbelwei, um die entstehenden Eindrücke zu verkraften. Klaus I. lehnte als Biergenießer diese kulinarische Köstlichkeit natürlich strikt ab und auch Klaus II. war von dem Getränk nicht besonders angetan. Beide überstanden die Entdeckungsreise jedoch ohne große körperliche und seelische Schäden davon zu tragen. Nun endlich stand der Höhepunkt des Tages auf dem Programm und wir näherten uns zu Fuß dem Stadtteil Sachsenhausen. In der „Klappergass“ war ein Tisch für uns reserviert. Aber wo ist jetzt die „Klappergass“? Während Manfred I. sich in seine alte Zeit als „Postbediensteter“ zurückversetzt fühlte, versuchte Gerhard den Weg zu finden, den er bei einem Betriebsausflug mit der Gemeindeverwaltung dorthin schon einmal gegangen war. Wie gut, dass Manfred einen Stadtplan hatte. Orientierungssicher wie wir sind, haben wir natürlich unser Ziel, die Apfelwein Wirtschaft & Kelterei „Dauth-Schneider“, nicht verfehlt und unseren Tisch gefunden. Besonders auszeichnen konnten wir uns unterwegs, da wir fünf netten Damen ebenfalls die richtige Richtung zeigten. Als die nette Wirtin die Bestellung aufnehmen wollte, stellte sich die Frage: „Ebbelwei“ oder Bier?
Für einige hieß es: Was der Bauer nicht kennt trinkt er auch nicht! Also für diejenigen das gewohnte Bierchen. Für die anderen, die Mutigen von uns, „Ebbelwei“. Der Magen darf natürlich auch nicht zu kurz kommen und verlangte nach Nachschub. Alle von uns, die sich ein „Leiterchen“ bestellten, staunten nicht schlecht, als ihre Portionen auf den Tisch kamen. Was für riesige Mengen! Vielleicht hatten sie für Weib und Kind zu Hause mitbestellt.

Neben uns waren mehrere Tische für einen „MGV“ reserviert. Man vermutete scherzhaft einen „Mädchengesangsverein“. Später mussten dann alle erstaunt feststellen, dass unser Präsident weder Kosten und Mühe gescheut hatte und tatsächlich ein Mädchengesangsverein eintraf. Zur Freude der UAS waren diese Damen alle in Willis Alter und man verstand sich auf Anhieb. Gemeinsame Liedchen wurden gesungen bevor Willi und Wolfgang ihr „Schleiferlied“ zum Besten gaben. Zuvor versuchte August gemeinsam mit den Damen von nebenan das Lied von der „Frau Rauscher aus der Klappergass“ zu singen. Man musste jedoch feststellen, dass ihm der Frankfurter Dialekt sehr zu schaffen machte. Doch Hochachtung für diesen Versuch. Hier kann man wieder feststellen, dass es in unserem Club immer noch Männer gibt, die gewissen Versuchungen einfach nicht wiederstehen können.Schweren Herzens mussten wir uns zur späteren Stunde von den Damen des „MGV“ trennen und den Weg zum Bahnhof antreten. Zunächst, als eine Marschgruppe,setzten wir uns zielgerichtet in Richtung S-Bahn in Bewegung. Die Order unseres Präsidenten, uns mit der Linie 16 zum Hauptbahnhof bringen zu lassen, kam mal wieder nicht bei allen an. Die, die richtig zugehört hatten, setzten diese Weisung um, während die anderen ihren eigenen Weg gingen. So auch unser Schatzmeister, der die Fahrkarten für alle einstecken hatte. Das bedeutete für die andere Fakultät sich unter die Schwarzfahrer mischen zu müssen. Schweißgebadet und erleichtert schlossen sich diese dann wieder den Nichtschwarzfahrern am Hauptbahnhof an.Beide Gruppen freuten sich über das Wiedersehen, aber noch mehr darüber, dass keiner erwischt wurde.

Ohne große Schwierigkeiten hatten wir die Schließfächer wieder gefunden und auch die Richtung zum Gleis 14. Hier stand bereits der Regional-Express RE 4116, der uns wieder sicher zurück in die Heimat bringen sollte. Diesmal hatten wir keine großen Schwierigkeiten ein gemeinsames Abteil, und zwar nicht in der 1. Klasse, zu finden. Nachdem alle ein Plätzchen gefunden hatten, wurde sofort nach den Reserven in den Rucksäcken geforscht. Diejenigen, die fündig wurden und sich auf ein schönes kühles Malsfelder, endlich wieder Bier aus der Heimat, gefreut hatten, wurden jedoch schwer enttäuscht. Niemand hatte bedacht, dass die Schließfächer in der Großstadt keine Kühlaggregate haben. Selbst ein Malsfelder Bier schmeckt nicht im warmen Zustand. Aber einige unserer erfahrenen Biertrinker hatten vorgesorgt: Sie statteten eine Kühlbox mit entsprechenden Kühlakkus aus und deponierten die Flaschen dort – zur Freude ALLER. Da man gerne gibt, wenn man hat, wurden die Kühlen gerecht aufgeteilt. Unsere Organisatoren hatten selbstverständlich auch für ein Mitternachtsbuffet Vorsorge getroffen. Gute „Ahle Wohrscht“ vom Bill stand auf der
Speisekarte. Eine Stärkung, die wir alle nötig hatten. Ein Reisender aus Dubai, der seinen Heimaturlaub in Hannover verbringen wollte, hatte sich inzwischen unserer Reisegruppe angeschlossen. Er war dankbar über die etwas wärmeren Getränke und ein begeisterter Abnehmer hierfür. Manfred I. tauschte mit ihm die unterschiedlichsten Erfahrungen aus und hörte sich an, wie das Leben in Dubai so ist. Später, bei einem Gläschen guten,frisch aus Dubai importierten Whiskeys, wurden die Adressen ausgetauscht und unser Mitreisender freut sich auf den Besuch von Manfred I. in Dubai.

Obwohl wir alle gut gebaute Kerle sind, war der Schlaf doch bei manchen etwas stärker
und die müden Äuglein vielen zu. Gegen 23.30 Uhr war unsere erlebnisreiche Bahnfahrt nach Frankfurt am Main zu Ende und wir konnten am Zielbahnhof Wabern aussteigen. Nun hieß es auf den bestellten Bus warten, der uns in unser schönes kleines Dörfchen Elfershausen zurückfahren sollte. Wolfgang und Willi griffen noch einmal in ihre Schatzkiste und erzählten den ein oder anderen Witz zur Unterhaltung und auch August stellte hier einen Versuch an, der bei allen besonders gut ankam. So ist es kaum aufgefallen, dass unser Bus mit ca. 20-30 Minuten Verspätung eintraf. Auf der Fahrt nach Hause stellten wir dann noch fest, dass der Busfahrer sehr gute Ortskenntnisse hatte und uns eine Rundfahrt durch das Hochland bei Nacht präsentierte.

Das Ortsschild Elfershausen war zu sehen und die Männer vom Dorf freuten sich wieder daheim zu sein. In einem Ort mit nur wenigen Straßen, keinem Hauptbahnhof, keiner S-Bahn und vor allem keinem Flughafen, aber mit lauter netten Menschen.
Nach dem Motto „Neue Erfahrungen können auch im hohen Alter nicht schaden“ ist die nächste Fahrt vielleicht sogar ins Ausland geplant.
Die Bayern können sich jetzt schon freuen...

Euer
„Alter Sack“ Karl-Heinz

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